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Webdesign Trends die 2016 hoffentlich aussterben

Webdesign Trends, die 2016 aussterben sollten. Die Webwerft - Blog über modernes Webdesign mit HTML5 & CSS3 / Responsive Webdesign / Webdesign in Hameln / Webentwicklung in Hameln

Im Laufe der Jahre gab es viele Webdesign Trends. Ob blinkender Text, Leder-Texturen oder tanzende Babies im GIF-Format. Einige dieser Gestaltungselemente waren einfach nur schlecht. Wir haben sie genutzt, weil Webdesign noch in den Kinderschuhen steckte und wir es einfach nicht besser wussten.

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir aber auch einige gute Dinge einfach ausgemerzt, obwohl diese im Webdesign sehr gut funktionieren und deswegen ihre Daseinsberechtigung haben. Vielleicht habe wir uns einfach nur daran satt gesehen oder wurden von der Masse an Pseudo-Realismus einfach erschlagen, aber ein wenig Skeuomorphismus hat noch niemanden geschadet.

Riesengroße Fotos, große Texte, Parallax-Effekte und viele andere Dinge erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit und erfahren immer die gleiche Behandlung. An sich sind diese Webdesign Trends nichts Schlechtes, man sollte diese allerdings gezielter und in Maßen einsetzen. Auf einige dieser Trends sollte man eher ganz verzichten.

Überstrapazierte Low-Poly Hintergründe.

Ich verstehe schon, sie sind hip und modern, können aber jederzeit auch back to the basics. Sie haben es bei jemanden gesehen, der diese Low-Polygon Hintergründe einsetzt und da sieht das total cool und hip aus. Warum also diesen hippen Webdesign Trend nicht auch bei Ihnen einsetzen?

Naja, vielleicht sollten Sie das nicht tun, wenn Sie beispielsweise eine Anwaltskanzlei in dritter Generation sind, bei der niemand will, dass sie hip und modern sind. Oder ein Fotostudio mit einer riesigen Grafik im Header, welche nur die Besucher verwirrt, weil dort eigentlich etwas anderes erwartet wird… Sie wissen schon, Ihre Fotos?

Der Punkt ist, dass nicht alle Dinge, die cool und angesagt sind, auch das Richtige für Ihre Webseiten sind.

Das allgegenwärtige „Fold“.

Zugegeben, meist wird immer noch versucht all die wichtigen Information „Above the Fold“ zu platzieren. Jetzt ist diese Unart mutiert. Ins Gegenteil.  Heute wird häufig alles Wichtige „Under the Fold“ platziert und es scheint so, als dürfe man „oben“ nur noch gigantische Hintergrundbilder oder Videos in Verbindung mit – wenn überhaupt – etwas großen Text platzieren.

Um es deutlich zu machen: Wenn man es hier schlecht macht, dann ist das umso schlechter für die Benutzerfreundlichkeit. In den meisten Fällen ist dies leider auch so. Sie sollten ihren Besuchern zumindest sagen, was sie auf Ihrer Website erwartet und deuten dann den nächsten Step an.

Anmaßende „Hero Carousels“.

Wenn Sie bisher glaubten, die gigantischen, ganzseitigen Splash-Screens sind das nervtötendste überhaupt, dann warten Sie mal ab, bis jemand entscheidet diese Dinger auch noch zu animieren!

Um es klarzustellen: Karussells jeglicher Größe sind schlecht für die User Experience (UX) und manchmal auch Suchmaschinenoptimierung (SEO). Karussells, die über den gesamten Bildschirm gehen sind schlecht für die User Experience (UX), Leistung und manchmal auch Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Es wird mehr Bandbreite in Anspruch genommen (die geladen werden muss), sie laufen meist langsam auf älteren oder mobilen Geräten und verwirren zum Teil die Besucher der Website. Diashows sind kein Ersatz für die Organisation Ihrer eigentlichen Inhalte.

Unbequeme Hover-Aktivierung.

Ich werde nicht davon abraten Hover-Effekte einzusetzen. Im Gegenteil, sie sind einfach zu hilfreich dem Besucher zu sagen: „Klick mich und die Reise geht los.“ Da Hover-Effekte immer öfter auf Titelkarten, Bildern, zufällige dekorative Animationen und schlecht durchdachte Dropdown-Menüs angewandt werden, haben sich die Hover-Effekte öfter mal zu einem echten Ärgernis entwickelt.

Stellen Sie sich vor, Sie bewegen den Mauszeiger von Element A nach Element B. Auf dem Weg dorthin treffen Sie mit dem Mauszeiger für den Bruchteil einer Sekunde das Element C… es expandiert nach außen, so dass Sie es Element C besser sehen, aber dadurch Element B blockiert ist. Dem Nutzer wird so etwas vor die Nase gehalten, was er gar nicht will und fängt an zu rätseln.

Wo ist das Element B auf einmal hin? Wie werde ich das Element C wieder los? Gibt es noch mehr Blockaden auf dem Weg zum Ziel?

Lahme Pop-Ups.

Es wurde schon viel gesagt über Pop-Ups, Pop-Unders und schlimmer noch: Pop-Up Ads. Dann gibt es diese Pop-Up Werbung und Newsletter-Angebote, die sich beim Aufruf der Seite oder während des Lesens vom Artikel laden. Selbst dann, wenn die Pop-Ups geschlossen wurden oder Sie sich zum Newsletter angemeldet haben, tauchen die Dinger bei jedem Laden einer Seite erneut auf.

An diesen Punkt kann man eigentlich nur eins sagen, wenn Sie Website Betreiber oder Webdesigner sind:  Das ist schlechtes Webdesign. Ganz schlechtes!

Parallax Überlastung.

Parallax-Effekte sind eins von den Dingen, die nicht schlecht sind, mit denen aber häufig übertrieben wird. Parallax-Effekte sind in der Regel eine Möglichkeit, eine Seite mit relativ wenig Inhalten, schicker zu machen. Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten.

Parallax-Effekte sind ressourcenintensiv und in der Regel nur unnötig. Setzt man sie dezent ein, sind sie dennoch klasse.

Social Media Overkill.

Sie brauchen nicht so viele Social Media Buttons. Vor allem nicht auf jeder Artikelseite. Die Chancen stehen gut, dass Ihr Publikum in ein paar sozialen Netzwerken angemeldet ist. Maximal jedoch vier. Möglicherweise gibt es User, die noch in anderen Netzwerken angemeldet und aktiv sind, diese sind dann aber auch gewillt, den Link per Copy & Paste zu teilen.

Es ist nicht nur eine Frage der Ordnung bzw. Unordnung. Die Social Media Buttons kommen oft mit Tracking-Codes, Zählern und anderen Dingen, die Ihre Webseite langsamer machen.

Ungewolltes Autoplay.

Ich bin der Ansicht, dass nichts auf einer Website automatisch starten sollte. Schon gar nicht, wenn es Ton hat. Das gilt umso mehr, wenn sich Ihre Besucher ein einem Netzwerk mit begrenztem Datentarif befinden. Musik und vor allem Videos verbrauchen enorm viel Bandbreite, was zur ungewollten Drosselung der Datentarife ihrer Besucher führen kann.

Lange, komplizierte Formulare.

Das ist ein häufiger Fehler, den viele Betreiber ihrer Website machen. Sie versuchen soviel Informationen wie möglich vom Besuchern zu sammeln, dabei sollten Formulare so kurz wie möglich gehalten werden. Je mehr Informationen Sie abfragen, desto frustrierter und abgeschreckter werden Ihre Besucher sein. Spätestens wenn etwas schief geht und die Besucher wiederholt die Formularfelder ausfüllen müssen, verschwinden sie von Ihrer Website.

Übermäßig komplexes Design

Schlimmer als komplexe Formen sind Websites, die einfach… übertreiben. Die Liebe zum Detail ist wichtig. Ein Überfluss an Details ist einfach albern. Sie sollen Ihre Besucher an die Hand nehmen und über ein, zwei oder maximal drei Wege zum Verkauf ihres Produktes führen. Ein übermäßig komplexes Design oder komplexe Navigation hilft niemanden.

Ob es ein komplettes Layout ist, die Nutzung zu vieler Farben oder unterschiedlicher Schriften: Komplexität stört. Sie möchten Ihre Besucher auf das Wesentliche fokussieren.

Wie machen wir es mit Webdesign Trends richtig?

Nur weil etwas trendy und besonders schick ist, ist es auch automatisch gut oder schlecht. Häufig entsteht das Problem, wenn Leute sagen: „Das sieht cool aus, lassen Sie uns das machen!“, ohne darüber nachzudenken, welche Auswirkungen das auf ihre eigenen Besucher hat.

Trends sind aus bestimmten Gründen Trends und es ist nicht falsch, den ein oder anderen Webdesign Trend aufzugreifen. Wenn es in Frage kommt und zum Projekt und Kunden passt, sollten Sie sich trotzdem immer zuerst die grundlegende Frage stellen: „Ist es notwendig?“

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